Welche Diät ist die Beste?

Welche ist die beste Diät?

Gibt es die eine, beste Diät?

Wenn man sich die Diäten-Landschaft ansieht, dann findet man dort so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann, verpackt in diverse ‚unschlagbare‘ Abnehm-Konzepte. Eigentlich doch eine super Sache, denn wenn es eine schier unendliche Anzahl unterschiedlicher Diäten gibt, dann sollte ja auch für jeden etwas dabei sein, oder? Bleibt nur die Frage: welche Diät ist die Beste?

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Es ist eine Binsenweisheit, dass mehr Auswahl die Entscheidung eher schwieriger, als leichter macht. Egal, ob im Restaurant, im Drogeriemarkt oder in der Buchhandlung. Wir stehen einer endlosen Anzahl von Entscheidungsmöglichkeiten gegenüber und jedes Produkt behauptet von sich, das Beste zu sein. Forscher haben sogar herausgefunden, dass zuviel Auswahl in einigen Situationen dazu führen kann, dass Verbraucher die Entscheidung einfach verweigern und erst einmal gar nichts wählen. „Da mache ich mir lieber nochmal in Ruhe Gedanken.“ Das gilt besonders dann, wenn der potentielle Käufer kein Experte für das Produkt ist, welches er kaufen möchte.

Fragt man Ernährungswissenschaftler, worauf man bei der Auswahl seiner Lebensmittel achten sollte, bekommt man genau zwei klare Antworten: „keine gehärteten Fette und wenig Zucker“. Darüber hinaus werden Sie jedoch nicht eine Aussage finden, der nicht an anderer Stelle widersprochen wird. Zugegeben, beim Verband der Zuckerindustrie habe ich kürzlich sogar gelesen, dass unser heutiger Zuckerkonsum völlig unbedenklich sei…
Aber davon abgesehen wird Ihnen mal von Kohlenhydraten und mal von Fett abgeraten. Dann heißt es wiederum, dass auch zuviel Eiweiß nicht gesund sei – erst recht, wenn es aus tierischen Lebensmitteln stammt. Dafür lieber viel Vollkorn mit gesunden Ballaststoffen. Moment, Vollkorn? Das ist doch furchtbar ungesund, enthält es doch gefährliche Lektine! Finger weg! Aber Obst, Obst ist doch gesund, oder? „Bitte nur selten, das hat viel zu viel Zucker!“ entgegnet dann so mancher ‚Diät-Fachmann‘.

Auch auf die Frage, wann Sie bestimmte Lebensmittel essen sollten, erhalten Sie in etwa so zuverlässige Antworten, wie auf die Frage, welches Mobiltelefon das Beste sei. Die eine Diät empfiehlt, unbedingt mit vielen einfachen Kohlenhydraten in den Tag zu starten, um Ihren Körper nach der Nacht schnell mit Energie zu versorgen. Dann heißt es wieder, dass man den Insulinspiegel auf keinen Fall so schnell in die Höhe jagen dürfte und deshalb lieber ein proteinreiches Frühstück wählen sollte. Der beliebte Orangensaft am Morgen wurde uns ja aufgrund seines hohen Gehalts an Säure und Zucker ohnehin schon vermiest.

 

Abnehmen ist Glaubenssache

Man sagt immer, dass Religion und Politik Themen sind, die man in geselliger Runde besser vermeiden sollte. Ich würde noch das Thema Abnehmen ergänzen, denn hier ist eine fruchtlose Diskussion ohne Einigung mindestens ebenso wahrscheinlich.

Jedes Abnehm-Konzept kommt mit durchaus klugen Argumenten daher, warum eben diese oder jene Lebensmittel gut und eine bestimmte Abfolge in deren Verzehr besonders fettverbrennend sei. Wer sich nicht monate- oder gar jahrelang mit den physiologischen Hintergründen und wissenschaftlichen Studien beschäftigen möchte, der kann diese Behauptungen allerdings kaum überprüfen, geschweige denn entscheiden, welche der zehn widersprüchlichen Ratschläge denn nun richtig sind und welche nicht. Ganz offensichtlich können ja selbst jene Fachleute, die ihr ganzes Leben mit diesem Thema verbringen, hierzu keine eindeutigen Antworten geben.

Somit geht es vielen am Ende so, wie den Konsumenten vor dem Produktregal: Sie resignieren und machen erst einmal so weiter wie bisher. „Wenn sich selbst die Experten absolut uneinig sind, warum sollte ich mich dann auf eine bestimmte Diät festlegen?“

 

Weniger Vorschriften, mehr Erfolg

Dabei ist die unbestrittene Botschaft, um erfolgreich abzunehmen, eigentlich ganz simpel: „Iss weniger!“ So einfach sich diese Aussage aber formulieren lässt, so schwierig ist sie in der Umsetzung. Denn einfach weniger Nahrung zu sich zu nehmen, sich also permanent beim Essen zu drosseln, funktioniert eben leider bei fast niemandem. Trotzdem versuchen alle Diäten die Erreichung dieses Ziels durch die ‚ideale‘ Auswahl bestimmter Nahrungsmittel doch irgendwie zu ermöglichen. Anstatt aber immer nur auf das ‚Was‘ zu fokussieren, wäre es vielleicht viel hilfreicher, sich etwas mehr Gedanken über das ‚Wann‘ zu machen. Denn für viele Menschen ist es wesentlich leichter, den Nahrungsverzehr einfach mal an- und dann für eine Weile wieder abzuschalten, als das ganze Leben auf Sparflamme zu essen. Genau an dieser Stelle setzt das Konzept des Kurzzeitfastens an. Anstatt Ihnen zu sagen, welche Lebensmittel Sie essen dürfen und welche Sie unbedingt vermeiden müssen, beschränke ich mich auf eine ganz simple, aber entscheidende Aussage: „Machen Sie mal Pause.“ Denn ein paar Stunden am Tag, in denen Sie bewusst auf Nahrung verzichten, sind alles, was Sie zum Erfolg brauchen.

Natürlich können Sie auch im Rahmen des Kurzzeitfastens die Qualität Ihrer Ernährung verbessern und so noch mehr für Ihr Gewicht und Ihre Gesundheit tun. Nicht umsonst gehe ich in meinem Buch auch ausführlich auf die Grundlagen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung ein. Das ist aber quasi ein Bonus. Die erstaunlichen Effekte des Kurzzeitfastens auf Ihr Körpergewicht und Ihre Gesundheit treten selbst dann auf, wenn Sie rein gar nichts an der Auswahl Ihrer Nahrung verändern.

Welche Diät die Beste ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Zu unterschiedlich sind individuelle Präferenzen und Reaktionen des Körpers. Während manche Menschen gute Erfahrungen mit Low-Carb machen, funktioniert bei anderen weniger Fett oder einfach nur mehr Gemüse und der Verzicht auf Zucker besonders gut. Für mich jedenfalls ist jene Diät die Beste, die besonders einfach ist, sich absolut flexibel umsetzen lässt und einem möglichst wenig Vorschriften macht. Dadurch schafft man es nämlich auch, langfristig dabei zu bleiben und sein Wunschgewicht nicht nur zu erreichen, sondern ein Leben lang zu halten.

Was macht für Sie eine wirklich gute Diät aus? Welche Ernährungsformen haben Sie schon ausprobiert und mit welchen Ergebnissen?

 

Foto: Mike Haufe via photopin cc

2 Gedanken zu „Welche Diät ist die Beste?

  1. AuthorUnknwon

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für den tollen Artikel! 🙂

    Ich kann nur zustimmen! Bei Ernährungsthemen scheint es wirklich ziemlich oft widersprüchliche Aussagen zu geben… :-/

    Naja ich hab schon einige Diätformen ausprobiert. 😀 Ich bin sowohl mit einer fettreduzierten Ernährung als auch mit Low-Carb gut und erfolgreich klargekommen. Ich glaube aber das Low-Fat vlt. ein bisschen angenehmer ist. Weil wenig / sehr wenig Kohlenhydrate waren für mich schon echt gewöhnungsbedürftig! 😀 Low-Carb scheint aber mehr Erfolg zu versprechen, wenn es ums Abnehmen geht. Das habe ich zumindest auf https://fitness-wissenschaft.de gelesen. Low-Carb hat bei mir auch recht gut funktioniert muss ich sagen (ich glaube auch besser als Low-Fat). Also was will ich mehr! 😉

    Schöne Grüße

    AuthorUnknwon

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    1. Daniel RothDaniel Roth Artikelautor

      Hallo und danke für das Kompliment. Übrigens eine sehr coole Mail-Adresse. 😉

      Es ist schon eine kleine Weile her, dass ich mir diverse Vergleichsstudien zu Low-Carb vs. Low-Fat angeschaut habe, aber ich meine mich auch zu erinnern, dass Low-Carb meist besser abschnitt. Nicht nur mit Blick auf das Abnehmen, sondern auch bei Blutwerten etc. Vor- und Nachteil dieser Methode liegen allerdings sehr dicht beieinander: Einerseits isst man automatisch weniger, wenn die ganzen leckeren Kohlenhydrate tabu sind (low Fat finde ich da im Vergleich eigentlich ‚genussfreundlicher‘). Andererseits macht aber genau das die langfristige Umsetzung verdammt schwer. Die meisten Leute, die mir bekannt sind, berichten entsprechend auch von sehr schnellen Erfolgen und einem langfristigen Misserfolg – so ging es mir mit dem Ansatz auch. Außerdem hat Low-Carb auch einen psychologischen Nachteil, wie ich finde: Jede Sünde ist sofort massiv auf der Waage zu sehen, weil der Körper die Kohlenhydrate dankbar in die Muskeln schleust und sie dort Wasser binden. Eigentlich nicht schlimm, aber die Leute haben das Gefühl „Oh Gott, ich habe nur ein Bisschen Reis gegessen und sofort ein Kilo zugenommen! Das kann langfristrig doch nicht gut gehen, wenn jeder kleinste Ausrutscher mich so zurück wirft.“
      Wer ohnehin an einem Punkt ist, wo er mit der Methode hadert, wird bei dieser Erfahrung häufig ganz abbrechen. Dabei ist dieser Zunahmeeffekt ja keineswegs durch den Aufbau von Fett bedingt. Außerdem verschwindet er schnell wieder bzw. läuft nicht unbegrenzt bzw. linear weiter, wenn man öfter mal ein paar Kohlenhydrate isst. Je besser die Glykogenspeicher bereits vorgefüllt sind, umso weniger merkt man aufgenommene KHs auf der Waage. Trotzdem frustriert diese Erfahrung viele Menschen.

      Naja, das nur am Rande. Was ich eigentlich sagen wollte: freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat und egal nach welcher Methode du dich ernährst, wünsche ich natürlich viel Erfolg!

      Gruß,
      Daniel

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